
Zuerst die Ursache klären
Bei obstruktiver Azoospermie können Spermien entstehen, aber den Weg ins Ejakulat nicht erreichen. Bei nichtobstruktiver Azoospermie ist die Produktion gestört und möglicherweise auf kleine Bereiche begrenzt. Dieser Unterschied, frühere Eingriffe und genetische Befunde bestimmen die Beratung. Der Name einer Operation sagt allein nicht aus, ob sie für Sie geeignet ist.
Nadelentnahme: PESA und TESA
Bei PESA wird mit einer Nadel Flüssigkeit aus dem Nebenhoden entnommen. TESA bezeichnet eine Nadelentnahme aus dem Hoden. Bei passenden obstruktiven Befunden können solche Verfahren infrage kommen. Für nichtobstruktive Azoospermie empfiehlt die aktuelle EAU-Leitlinie TESA nicht. Ein weniger invasiver Eingriff ist deshalb nicht grundsätzlich die bessere Wahl.
Gewebeentnahme: TESE und Mikro-TESE
Bei der konventionellen TESE werden durch einen Schnitt kleine Hodengewebeproben gewonnen. Mikro-TESE nutzt ein Operationsmikroskop, um möglicherweise spermienbildende Hodenkanälchen gezielt zu untersuchen. Sie wird insbesondere bei nichtobstruktiver Azoospermie erwogen. Der Operateur entnimmt Gewebe; das embryologische Labor sucht darin nach Spermien. Auch ein mikroskopisch geführter Eingriff garantiert keinen nutzbaren Fund.
Die anschließende Behandlung mitplanen
Fragen Sie, wer operiert, wie die Proben untersucht werden, ob Einfrieren vorgesehen ist und was das Ergebnis für die IVF-Behandlung Ihrer Partnerin bedeutet. Besprechen Sie Narkose, Blutung, Infektion, Beschwerden und mögliche Auswirkungen auf Testosteron. Frühere Operations-, Histologie-, Labor- und Genetikberichte helfen, den Eingriff im Zusammenhang Ihrer gesamten Vorgeschichte zu beurteilen.
Fragen Sie ausdrücklich, welcher Befund für das vorgeschlagene Verfahren spricht und weshalb andere Möglichkeiten weniger geeignet erscheinen. Nach einem erfolglosen Eingriff ist die genaue frühere Vorgehensweise wichtiger als nur ein Wechsel der Abkürzung.
Häufige Fragen
Garantiert ein Spermienfund eine Schwangerschaft?
Nein. Gewinnung, Befruchtung, Embryonalentwicklung und Schwangerschaft sind verschiedene Schritte. Befunde und Voraussetzungen beider Partner spielen eine Rolle.
Braucht jeder Patient Mikro-TESE?
Nein. Ausschlaggebend sind Ursache und fachärztliche Beurteilung, nicht die Wahl des technisch aufwendigsten Verfahrens.



